Die Fähigkeit, Ideen in Geschäftsmodelle umzusetzen, Verbindungen zwischen Forschung und Wirtschaft herzustellen und die digitale Transformation von Unternehmen zu unterstützen, bleibt ein Schlüsselelement der Wettbewerbsfähigkeit des Tessins. Dieses Bild zeichnet der Jahresbericht 2025 der ACT-Stiftung, die kantonale Agentur, die für die Koordinierung des regionalen Innovationssystems zuständig ist, erfasst ein Jahr, das durch eine Ausweitung der Aktivitäten, einen Anstieg der Unterstützungsanfragen und eine Stärkung der Rolle der Stiftung innerhalb des Schweizer Innovationsökosystems gekennzeichnet ist.

Der Bericht hebt das weitverbreitete Wachstum bei Startups, kleinen und mittleren Unternehmen, Beschleunigungsprogrammen, internationalen Kooperationen und Initiativen im Bereich der künstlichen Intelligenz hervor und skizziert ein zunehmend komplexes und technologisch fortschrittliches System.

Innovation im Tessin: ein Ökosystem, das sich stetig erweitert

AGIRE wurde 2011 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Innovation, Digitalisierung und Technologietransfer in der Tessiner Wirtschaft zu fördern. Die Stiftung koordiniert das regionale Innovationssystem, betreibt den Technologiepark Tessin in Manno und unterstützt das Boldbrain Startup Challenge-Programm für junge, hochinnovative Unternehmen. In den letzten Jahren spielte AGIRE zudem eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Swiss Innovation Park im Tessin und trug zur Gründung der Switzerland Innovation Park Ticino SA bei.

Im Jahr 2025 erfolgte außerdem der Übergang der Präsidentschaft von Luca Bolzani zu Stefano Colombo. Diese Änderung ist Teil einer Kontinuitätsstrategie, die darauf abzielt, die Rolle der Stiftung als Anlaufstelle für innovative Unternehmen, Startups und institutionelle Partner weiter zu festigen.

Wachsende Nachfrage und Unterstützung für Innovationen im Tessin

Eine der wichtigsten Daten betrifft den Einstiegspunkt, den Schalter, der den ersten Kontakt zwischen Unternehmen und dem regionalen Innovationssystem darstellt.

Im Jahr 2025 gingen 346 Anfragen ein, ein Anstieg von 30 % gegenüber dem Vorjahr. 71 % davon kamen direkt aus dem regionalen Innovationssystem, und die Nutzerzufriedenheitsrate erreichte 92 %.

Der Anstieg der Anfragen geht einher mit einer Zunahme der Coaching-Aktivitäten: 259 Fälle wurden bei Startups und KMU unterstützt, ein Anstieg von 20 % gegenüber 2024. 82 % der unterstützten Projekte stammen aus der Region Tessin, und die Zufriedenheit der beteiligten Unternehmen liegt laut Stiftung bei 100 %.

Das Unterstützungsmodell basiert auf personalisierten Programmen, die strategische Beratung, Geschäftsmodellentwicklung, Zugang zu Finanzierungen und organisatorische Stärkung von Unternehmen umfassen.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Zentrum der Unterstützung für KMU

Der Bericht hebt hervor, dass die digitale Transformation weiterhin den Bereich darstellt, in dem sich die Mehrheit der Anfragen von kleinen und mittleren Unternehmen konzentriert.

Im Jahr 2025 wurden 36 neue Coaching-Programme speziell für KMU ins Leben gerufen, die sich vor allem auf die Entwicklung digitaler Initiativen, die Auswahl geeigneter Finanzierungsinstrumente und die Einführung neuer Technologien, darunter KI-basierte Anwendungen, konzentrieren. Um den zunehmend spezialisierten Bedürfnissen gerecht zu werden, wurde zudem ein externer Coaching-Service für komplexere Fälle eingeführt.

Neben der individuellen Unterstützung setzte AGIRE seine Outreach-Aktivitäten durch Workshops, thematische Treffen und den Action Day fort, eine Veranstaltung, die der Unternehmensinnovation gewidmet war und im Jahr 2025 über 250 Teilnehmer, 33 Aussteller und elf Fachkonferenzen zusammenbrachte.

Aufstrebende Startups und neue Investitionen in Innovationen im Tessin

Der Startup-Sektor verzeichnet weiterhin ein signifikantes Wachstum.

Im Jahr 2025 wurden 68 neue innovative Unternehmen in das Portfolio der Stiftung aufgenommen, wodurch sich die Gesamtzahl der von AGIRE geförderten aktiven Startups auf 169 erhöhte (Vorjahr: 124). Gleichzeitig wurden 23 Projekte abgeschlossen, häufig nach Erreichen der vollen unternehmerischen Autonomie oder nach strategischen Projektanpassungen.

Das Investorennetzwerk ist ein weiterer strategischer Hebel. Im Rahmen des Programms Scouting4Investors wurden zwei Treffen mit elf Startups und 27 Investoren organisiert. Seit 2021 haben fünf der 45 vorgestellten Unternehmen anschließend Investitionen erhalten.

Zu den im Bericht hervorgehobenen Ergebnissen gehören die von mehreren im Tessiner Ökosystem entstandenen Unternehmen eingeworbenen Finanzmittel, wie beispielsweise InVirtuoLabs, das nach dem Gewinn von Boldbrain 2024 2,6 Millionen Franken erhielt, und BigOmics, das eine Investition von 1,6 Millionen Franken einnahm und damit seine internationale Positionierung festigte.

Boldbrain bestätigt seine Rolle

Das Boldbrain Startup Challenge Programm ist weiterhin der führende Accelerator des Kantons für junge Startups.

Für die Ausgabe 2025 gingen insgesamt 141 Bewerbungen ein, von denen 85 vollständig waren und 78 die Kriterien erfüllten. Zwanzig Startups nahmen am Accelerator-Programm teil und erhielten insgesamt über 500 Stunden spezialisiertes Coaching. Alle Teilnehmenden bewerteten das Programm positiv, und mehr als die Hälfte gab an, dass es ihre Erwartungen übertroffen habe.

Das Programm baut seine Inhalte zu Nachhaltigkeit, sozialer Wirkung, Inklusion und Investitionsreife kontinuierlich aus und stärkt so das Netzwerk zwischen Startups, Partnern und Investoren. 2025 wurde außerdem der PressStartAward in Zusammenarbeit mit der Corriere del Ticino Group eingeführt, um die Sichtbarkeit der Finalisten-Startups zu erhöhen.

Unter den prämierten Projekten sticht CC Cardio hervor und gewann die Ausgabe 2025 dank der Entwicklung einer miniaturisierten Herzpumpe für Kinder mit schweren angeborenen Herzfehlern. Ebenfalls auf dem Siegertreppchen standen MethylX, OOVIE Studios SA, Tellus GreenTech und Windtracx Sagl.

Technologiezentrum Tessin: Stabiles Wachstum und neue Partnerschaften

Der Ticino Technology Park bestätigt seine Rolle als Drehscheibe für innovatives Unternehmertum.

Die Flächenauslastung hat 88 % erreicht; dort sind 28 Unternehmen ansässig, die hauptsächlich in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Software, Datenverarbeitung, Energie und Cleantech tätig sind.

Die ansässigen Unternehmen erwirtschaften insgesamt einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken, haben allein im Jahr 2025 über 2 Millionen Franken an Investitionen eingeworben und beschäftigen etwa 380 Mitarbeiter. Seit der Gründung des Technologieparks haben die Gesamtinvestitionen 87 Millionen Franken überschritten.

Die Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungszentren nimmt weiter zu, während die Zufriedenheit der dort ansässigen Unternehmen bei 85 % liegt.

Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz fließen in die Strategie ein

Der Bericht widmet der Integration von Nachhaltigkeit in das Management der Stiftung ebenfalls viel Raum.

Im Laufe des Jahres 2025 wurden Maßnahmen eingeführt, um den Energieverbrauch und die Emissionen zu überwachen, die Mülltrennung zu verbessern, den Papierverbrauch zu reduzieren und Veranstaltungen mit strengeren Umweltkriterien zu organisieren. Nachhaltigkeit wurde außerdem in Schulungsprogramme für Startups integriert, um neue Kompetenzen im gesamten Innovationsökosystem zu verbreiten.

Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalen Supercomputing-Zentrum (SCM) im Rahmen des APERTUS-Projekts fortgesetzt. Diese Initiative widmet sich der Entwicklung von KI-Sprachmodellen mit Fokus auf Datenschutz, Transparenz sowie die Einhaltung europäischer und schweizerischer Vorschriften. Im Laufe des Jahres wurden über zwanzig Kontakte zu Unternehmen und Organisationen geknüpft, die an neuen KI-Anwendungen interessiert sind.

Der Ausblick reicht bis 2026.

Zu den Leitlinien für das nächste Jahr gehören die weitere Stärkung der Unterstützung für Startups und KMU, eine stärkere Integration von Coaching, Nachhaltigkeit und Zugang zu Finanzierung sowie die Entwicklung neuer digitaler Tools und Anwendungen künstlicher Intelligenz sowohl für das interne Management als auch für Geschäftsdienstleistungen.

Zu den Prioritäten gehören auch die Stärkung der Zusammenarbeit mit institutionellen Partnern, die Weiterentwicklung des Ticino Technology Park, die Intensivierung der Kommunikationsaktivitäten und die Fortführung strategischer Initiativen wie MITICA und APERTUS, die als entscheidend für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Kantons in technologieintensiven Sektoren angesehen werden.