Der Staatsrat hat den vorläufigen Haushaltsentwurf für den Kanton Tessin auf Grundlage der bis zum 30. September verfügbaren Daten veröffentlicht. Der Haushalt, der weiterhin von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist, weist ein geschätztes Defizit von 37.4 Millionen CHF aus, 11.2 Millionen CHF weniger als der vorherige Entwurf. Das vollständige Dokument mit Details zu den Abweichungen ist online abrufbar..

Die aktualisierten Zahlen spiegeln ein weiterhin angespanntes Finanzumfeld wider, zeigen aber auch Anzeichen einer Erholung bei den Einnahmen. Die Kombination aus neuen außerordentlichen Einnahmen und gezielten Einsparungen dämpft das Wachstum der laufenden Ausgaben teilweise.

Die wichtigsten Ausgabenänderungen im Haushalt des Kantons Tessin

Die Erhöhung gegenüber dem Budget betrifft hauptsächlich die Sozialbeiträge. Folgende sind hervorzuheben:

  • Weitere 15.5 Millionen für zusätzliche AVS/AI-Leistungen;

  • Weitere 6.8 Millionen Euro werden zur Unterstützung der Senkung der Krankenversicherungsprämien bereitgestellt, nachdem die geplanten Eindämmungsmaßnahmen aufgegeben wurden.

  • 6.6 Millionen für Beiträge an insolvente Kreditnehmer.

Einen weiteren Anstieg gab es bei den migrationsbedingten Ausgaben: 10 Millionen für Asylsuchende, 4.6 Millionen für Flüchtlinge und 4 Millionen für Personen mit Schutzstatus S. Auch die Sozialleistungen stiegen, und zwar um 3.2 Millionen.

Die Stimme der Mitarbeiter

Die kantonalen Personalkosten bleiben insgesamt im Rahmen des Budgets. Innerhalb dieses Gesamtsaldos ergibt sich ein Anstieg von rund 6 Millionen Euro für das Lehrpersonal – vorwiegend an Mittel- und Oberschulen sowie im Bereich der Sonderpädagogik –, der durch eine entsprechende Reduzierung der Verwaltungskosten kompensiert wird.

Umsatz: eine günstigere Entwicklung als erwartet

Die Aufwärtskorrektur der Einnahmen ist der bedeutendste Bestandteil der Aktualisierung. Besonders hervorzuheben ist der Gewinnanteil der Schweizerischen Nationalbank in Höhe von 80.1 Millionen Franken, da er in der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt worden war.

Zu diesem Betrag kommen noch folgende Summen hinzu:

  • Weitere schätzungsweise 60 Millionen aus Erbschafts- und Schenkungssteuern;

  • 13.3 Millionen aus der IFD-Quote für das laufende Jahr;

  • 10 Millionen aus Quellensteuern.

Die Prognose für die gesamten Steuereinnahmen wurde auf Grundlage aktualisierter Szenarien von BAK Economics in Basel um 40.3 Millionen Euro nach unten korrigiert. Dies ist jedoch eine weniger gravierende Korrektur als die im vorherigen Haushaltsentwurf angekündigte.

Eine vorsichtige Interpretation des Finanzbildes

Die kantonalen Behörden betonen, dass diese Daten mit Vorsicht zu interpretieren sind. Die wirtschaftliche Volatilität bleibt hoch, und ein Teil der Verbesserung ist auf außerordentliche Einnahmen zurückzuführen, die speziell mit dem Jahr 2025 zusammenhängen und daher nicht strukturell bedingt sind.

Trotzdem ist die Haushalt des Kantons Tessin Aktuell zeigt sich die Lage in den Sommermonaten stabiler als erwartet. Zukünftige Aktualisierungen werden zeigen, ob diese Trends von Dauer sind oder lediglich ein einmaliges Phänomen aufgrund der außergewöhnlichen Umstände dieses Jahres darstellen.