Il Rathaus von Lugano hat Federico Chiesa zum neuen Kommandanten der Polizei von Lugano ernannt. Er soll sein Amt am 1. September 2026 antreten und damit die Leitung der städtischen Polizei übernehmen. Er folgt auf den derzeitigen Kommandanten Roberto Torrente, der nach einer langen Karriere im öffentlichen Dienst im Juni desselben Jahres in den Ruhestand tritt.
Die Ernennung erfolgt zu einem bedeutenden Zeitpunkt des Übergangs für die Polizei von Lugano, die aufgefordert ist, ihre organisatorische Konsolidierung fortzusetzen und sich an die laufenden Veränderungen im urbanen, technologischen und institutionellen Kontext anzupassen.
Ein Profil mit Hintergrund in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.
Der 1984 geborene Schweizer Federico Chiesa verfügt über Erfahrung in den Bereichen Innovation und komplexes Organisationsmanagement. Er erwarb 2010 einen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der SUPSI und zwei Jahre später einen Master-Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Aalborg in Dänemark. Derzeit absolviert er als höherer Beamter der Kantonsverwaltung ein Aufbaustudium im Bereich Public Administration Management.
Nach ersten Berufserfahrungen im Vertrieb und Projektmanagement trat Chiesa 2016 in die Kantonsverwaltung ein und arbeitete im Referat Militär und Bevölkerung der Abteilung für Institutionen. Dieser Schritt markierte den Beginn einer Karriere mit dem Schwerpunkt auf Sicherheitsmanagement, Notfallmanagement und der Leitung öffentlicher Betriebsstrukturen.
Vom Kantonalen Zentrum Camorino bis zum Katastrophenmanagement
Seit 2023 leitet Federico Chiesa das Kantonale Mehrzweckzentrum Camorino. In dieser Funktion verantwortete und koordinierte er alle Phasen bis zur Eröffnung der Einrichtung und agierte dabei als Vertreter des Departements für Institutionen. Zu seinen Aufgaben gehörten die strategische Planung, die Koordination der Projektteams und des unterstellten Personals sowie die laufende Zusammenarbeit mit anderen kantonalen und föderalen Stellen.
Neben seinen zivilen Tätigkeiten dient Chiesa in der Militärmiliz im Rang eines Majors. Derzeit ist er stellvertretender Kommandeur und Stabschef des 30. Gebirgsinfanteriebataillons, eine Position, die seine Expertise in der Führung komplexer Strukturen und im Management komplexer Einsatzsituationen weiter stärkt.
In den vergangenen Jahren war Chiesa direkt an der Bewältigung einiger der größten Notfälle im Kanton beteiligt. Während der humanitären Krise im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine war er für die Planung und Einrichtung des kantonalen Flüchtlingsaufnahmezentrums, die Koordination der Ressourcen und die Entwicklung von Synergien mit den verschiedenen beteiligten Organisationen verantwortlich. Zuvor, während der Pandemie, leitete er die Kontaktverfolgung und war für die Personalkoordination, die Datenüberwachung und die Prozessorganisation zuständig.
Nach der Katastrophe, die Vallemaggia getroffen hat, teilte er sich auch die Koordinierung der Aktivitäten des Generalstabs mit einem Offizier der Kantonspolizei und agierte dabei in einem komplexen Notfallkontext, der schnelle Entscheidungen und interinstitutionelle Zusammenarbeit erforderte.
Roberto Torrentes Vermächtnis für die Polizei von Lugano
Die Übergabe erfolgt nach einem langen Führungszyklus. Roberto Torrente beendet seine Karriere nach 35 Dienstjahren und fast 22 Jahren an der Spitze der Polizei von Lugano. Seit seiner Ernennung zum Polizeikommandanten im Jahr 2004 hat er maßgeblich zur Stärkung des Ansehens und der Effizienz der bürgernahen Polizeiarbeit beigetragen und dabei besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Rolle der Bezirksbeamten und deren Integration in das städtische Gefüge gelegt.
Unter seiner Leitung wurden innovative Instrumente für die städtische Sicherheit eingeführt, darunter das Projekt Security, das darauf abzielte, das Stadtzentrum und seine Bürger zu schützen, sowie die Implementierung von Videoüberwachungssystemen zur Unterstützung des operativen Handelns.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seines Mandats war die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Polizeikräften. Die Stadt Lugano fungiert nun als Drehscheibe und Koordinator der Polizeiregion III und bündelt die Einsätze der städtischen Polizeikräfte der Region. Dieses Modell gewährleistet in Synergie mit den zuständigen Kräften einen kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb.
Auf kantonaler und nationaler Ebene hat sich Torrente aktiv an Diskussionen über Governance-Modelle und Reformen im Polizeisektor beteiligt und die Erfahrungen der Tessiner Stadtpolizeien in professionelle Kontexte und relevante Arbeitsgruppen eingebracht. In der Schweiz war er zweimal Präsident der Vereinigung der Polizeipräsidenten der Schweizer Städte und ist seit dem 1. Oktober 2025 Vizepräsident des Stiftungsrats des Schweizerischen Polizeiinstituts. Damit vertritt er weiterhin die operativen und Ausbildungsbedürfnisse der städtischen Polizeikräfte auf nationaler Ebene.
Kontinuität und neue Herausforderungen
Mit der Ernennung von Federico Chiesa überträgt die Gemeinde der Polizei die Verantwortung. Lugano An eine Persönlichkeit mit Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung, im Management komplexer Strukturen und in der Koordination von Krisensituationen. Der Stadtrat sprach dem bisherigen Kommandanten, Roberto Torrente, seinen herzlichen Dank für seine Arbeit aus und wünschte dem neuen Kommandanten viel Erfolg bei der Ausübung seiner für die Sicherheit und den Zusammenhalt der Stadt so wichtigen Aufgabe.



