Eine internationale Studie unter der Leitung des Instituts für Biomedizinische Forschung (IRB) von Bellinzona identifiziert neue humane monoklonale Antikörper, die in der Lage sind, der Krankheit entgegenzuwirken. West-Nil-Virus, eine durch Mücken übertragene Krankheit, die in den letzten Jahren in Europa und anderen Teilen der Welt zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die Ergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Immunitätkönnte einen bedeutenden Schritt hin zur Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsstrategien darstellen. für diese Infektion und für andere Viren zur selben Familie gehörend.
Die Studie wurde von Forschern des IRB durchgeführt, einem Institut, das mit der Universität verbunden ist.Universität der italienischen Schweiz (USI), zusammen mit Experten der Stanford University, der Masaryk-Universität, der Universität Zürich, dem Pasteur-Institut in Novi Sad und in Serbien tätigen Ärzten.
Eine wachsende Gesundheitsbedrohung
Das West-Nil-Virus (WNV) wird hauptsächlich durch den Stich infizierter Mücken übertragen. In den meisten Fällen verläuft die Infektion asymptomatisch oder verursacht nur leichte Symptome. Bei manchen Menschen kann sie sich zu schweren neurologischen Formen entwickeln, mit Enzephalitis, Meningitis und, in den schwersten Fällen, potenziell tödlichen Folgen..
Trotz der zunehmende Ausbreitung des VirusBislang gibt es weder zugelassene Impfstoffe für Menschen noch spezifische antivirale Therapien. Daher besteht in der Wissenschaft ein großes Interesse daran, innovative therapeutische Ansätze zu entwickeln, die die Krankheit eindämmen können.
Die Studie beginnt mit genesenen Patienten.
Um besser zu verstehen, wie die Immunantwort funktioniert, analysierten die Forscher Blutproben von Menschen, die sich in Serbien von der Infektion erholt hatten.
Ziel der Studie war es, vom Körper natürlich produzierte monoklonale Antikörper zu identifizieren und deren Fähigkeit zur Virusneutralisierung zu untersuchen. Parallel dazu zeigte die Studie, dass das Vorhandensein neutralisierender Autoantikörper gegen Typ-I-Interferone die Entwicklung der antiviralen Antikörperantwort nicht beeinträchtigt – ein Befund, der zu einem besseren Verständnis der beteiligten Immunmechanismen beiträgt.
Der Beitrag des IRB von Bellinzona
Das Labor unter der Leitung von Davide Robbiani Bei IRB spielte er eine zentrale Rolle bei der Identifizierung der vielversprechendsten Antikörper.
Unter den ausgewählten Kandidaten sticht folgendes besonders hervor: W010Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der eine spezifische Stelle auf Domäne III des Hüllproteins des Virus erkennt. Diese Struktur ist essenziell, damit sich der Erreger an Zellen anheften und eine Infektion auslösen kann.
In experimentellen Mausmodellen zeigte W010 sowohl bei prophylaktischer Verabreichung vor der Exposition gegenüber dem Virus als auch bei Behandlung bis zu fünf Tage nach der Infektion eine signifikante Wirksamkeit und behielt seine Schutzwirkung auch unter Bedingungen reduzierter Funktionalität der Interferonreaktion bei.
Ein Antikörper mit noch breiterer Wirkung
Die Forscher charakterisierten außerdem einen zweiten monoklonalen Antikörper, genannt W014, das nachweislich nicht nur das West-Nil-Virus, sondern auch mehrere Orthoflaviviren, die für neurologische Erkrankungen verantwortlich sind, neutralisieren kann.
Dazu gehören das Japanische-Enzephalitis-Virus, das Murray-Valley-Enzephalitis-Virus, das St.-Louis-Enzephalitis-Virus und das Usutu-Virus, die ebenfalls durch Vektoren übertragen werden und in einigen Fällen mit schweren Infektionen des zentralen Nervensystems in Verbindung gebracht wurden.
Diese breite Wirkspektrumfähigkeit macht W014 zu einem besonders interessanten Kandidaten für die Entwicklung zukünftiger Therapien gegen eine breitere Gruppe von Enzephalitiden.
Neue Perspektiven für Impfstoffe und Therapien
Laut den Autoren ermöglichen die Ergebnisse die Identifizierung einiger der anfälligsten Punkte des West-Nil-Virus und liefern zudem nützliche Hinweise für die Entwicklung von Impfstoffen der nächsten Generation.
Die identifizierten Antikörper stellen Kandidaten sowohl für den präventiven Einsatz als auch für potenzielle therapeutische Behandlungen dar, in einem Kontext, in dem die verfügbaren Optionen noch sehr begrenzt sind.
Die Forschung trägt außerdem dazu bei, das Wissen über die Neutralisierungsmechanismen von Orthoflaviviren zu erweitern und ebnet damit den Weg für die Entwicklung gemeinsamer Strategien gegen Infektionen, die weiterhin eine Herausforderung für die internationale öffentliche Gesundheit darstellen.
Die vollständige wissenschaftliche Publikation ist in der Zeitschrift verfügbar. Immunität al seguente Verbindung:
https://www.cell.com/immunity/fulltext/S1074-7613(26)00224-4



